Impuls zum 2. Advent

Advent ist für viele Menschen schlicht die Vorweihnachtszeit: Geschenke besorgen, Weihnachtsfeiern in Vereinen und mit Kolleginnen und Kollegen, Besuche von Weihnachtsmärkten mit Glühwein und gebrannten Mandeln.
Neben der oft beklagten Hektik hat diese Zeit ihren besonderen Charme. Erinnerungen werden wach an die Kindheit. Es ist eine besondere Zeit. Plätzchen werden gebacken. Kerzen verströmen eine gemütliche Stimmung. Ein Adventskalender mit Schokolade und anderen Überraschungen versüßt die Zeit des Wartens.

Advent geht aber weit darüber hinaus. Es ist eine Zeit, die große Veränderungen in der Welt andeutet. Es ist wie bei einem Türspalt, durch den Licht aus einem hellen Zimmer in einen dunklen Raum fällt.

Ein Gedicht von Rose Ausländer drückt das für mich auf wunderbare Weise aus:

Kennst du
den Zauber
dieser offenen Zeit
Wer hungert
der wird
glaub es mir
gesättigt werden

Für mich ist der Advent diese offene Zeit, die mit ihrem Zauber die Zuversicht nährt: Die Welt muss nicht mangelhaft bleiben. Wo Unrecht waltet, kann Recht herrschen. Aus Krieg und Gewalt kann Frieden werden. Der Zauber des Advent ist die Verheißung: Nichts in dieser Welt muss so bleiben, wie es ist. Glaub es mir.

Karsten Dittmann
Polizeipfarrer der EKvW

Foto: jplenio/pixabay

 

Impuls zum 1. Advent

Apfelbäumchen im Advent

Im Advent warten viele Menschen auf Weihnachten: vier Wochen mit Weihnachtsmärkten, Glühwein und Geschenkekauf … Die Erwartungen erlebe ich zeitgleich als recht gedämpft: angesichts von Kriegen und Krisen in der Welt wachsen Befürchtungen und Ängste. Ein bisschen „Bling bling“ und Stimmung sorgen da für eine willkommene Ablenkung.

Martin Luther, der große Reformator, hat die Welt, in der er zu seiner Zeit lebte, ebenfalls in ihren Gefährdungen erlebt. Wegen seiner Ideen wurde er sogar persönlich bedroht. Luther hat im Blick darauf einmal gesagt: „Und wenn morgen die Welt unterginge, so würde ich doch heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“ Darin liegt ein „Trotzdem!“ und trotz allem, was beschwert und belastet, eine Hoffnung: Es kann auch Gutes entstehen. Was wir heute tun, kann irgendwann Früchte bringen. Ich weiß es nicht, aber ich will an der Hoffnung festhalten, sie mir nicht nehmen lassen. Und ich will gegen das Gefühl der Ohnmacht etwas tun, z.B. einen Baum pflanzen …

Das wünsche ich mir und Ihnen für diese (Advents-)Zeit auch: an positiven Hoffnungen festhalten zu können, nicht passiv zu warten, sondern proaktiv etwas zu tun, was gute Früchte tragen kann, Gutes zu erwarten – „trotz allem“ und gegen die Ohnmacht.

Volker Hülsdonk
Polizeiseelsorger

 

(Foto: Liana Mikah/unsplash)

 

Impuls zum Ewigkeitssonntag

Das Kirchenjahr geht zu Ende.
Es ist eine Zeit, in der wir über unsere Vergänglichkeit nachdenken.
Fragen tauchen auf:
Was bleibt?
Was bleibt von mir?
Was bleibt von den Menschen, die ich vermisse?

Trauern heißt: Schmerzlich spüren, dass jemand fehlt.
Dann sehne ich mich nach jemandem, der mich in den Arm nimmt, mich tröstet, mir den Rücken stärkt.

Diese Zeit ist auch eine Zeit des Übergangs.
Vor uns liegt der Advent:
Ich halte Ausschau nach dem, was ich erhoffe, worauf ich sehnsuchtsvoll warte:
Dass ich geliebt bin.
Dass ich gesehen werde.
Dass ich keine Angst haben muss.

Jesus sagt einmal: „Jedes Haar auf eurem Kopf hat Gott gezählt. Darum fürchtet euch nicht.“

Ein Lied nimmt den Gedanken auf:
Auch deines Hauptes Haare
sind wohl von ihm gezählt.
Er bleibt der Wunderbare,
dem kein Geringstes fehlt.
Den keine Meere fassen
und keiner Berge Grat,
hat selbst sein Reich verlassen,
ist dir als Mensch genaht.

Wir leben eigentlich ständig in einer Übergangszeit.
Mir fällt ein, was und wen ich schmerzlich vermisse.
Ich hoffe aber, dass meine Sehnsucht einmal gestillt wird.
Jeder Trost, den mir jemand spendet, gibt mir eine Ahnung davon: Gott ist für mich da.
Gott ist uns nah.

Karsten Dittmann (Landespolizeipfarrer)

PS: Die Worte von Jesus finden sich in Matthäus 10,30+31. Der Liedtext stammt von Jochen Klepper (im Ev. Gesangbuch Nr. 379). Das Foto stammt von Albrecht Fietz (Fietzfotos/pixabay.com).

 

 

 

Impuls zum Buß- und Bettag

Zurückschauen und klarer sehen. Was war und wer war ich darin?
Nachdenken und einordnen. Was passt nicht?
Vom Vergangenen befreiende Selbstkritik, die neue Wege möglich macht.
Weil unsere Gebete um Unterstützung und Entlastung nicht auf taube, sondern auf liebevolle Ohren treffen.

Einen nachdenklich guten Buß- und Bettag
wünscht Ihnen für das Team der evangelischen Polizeiseelsorge
Ihre Pfarrerin Stefanie Alkier-Karweick.

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