Impuls zum neuen Jahr

„Siehe ich mache alles neu!“ Diese Zusage lädt ein, nicht im Alten zu verharren: nicht im Zynismus, nicht in der Angst, nicht in der Resignation. Wir können heute schon anfangen, anders zu leben – mutiger, barmherziger, hoffnungsvoller. Mitten in einer unruhigen Welt gilt: Das Letzte hat nicht das Chaos, sondern Gott. Und er sagt: Siehe, ich mache alles neu.

Dieser Satz klingt wie ein Gegenentwurf zu den täglichen Schlagzeilen. Während wir eine Welt erleben, die von Krisen, Kriegen, Klimasorgen und gesellschaftlichen Spannungen geprägt ist, spricht Gott kein Durchhalte-Mantra, sondern eine Verheißung: Veränderung ist möglich. Gott sieht die Risse unserer Zeit – und erklärt sie nicht zum Ende der Geschichte. „It´s a new dawn, it´s a new day“ singt Cynthia Erivo bei den Proms `22. Das Neue kommt nicht, weil wir alles im Griff haben, sondern weil Gott handelt. Wo Scherben sind darf und kann etwas neues entstehen – die Japaner nennen das „Kintsugi“: Die Kunst des goldenen Zusammensetzens.

Stephan Draheim
Landespolizeipfarrer der Ev. Kirche v. Westf.

Impuls zu Weihnachten

Das öffentliche Leben kommt zur Ruhe,
die ein Zuhause haben, versammeln sich dort,
viele freuen sich auf diesen Abend und erhoffen Gutes:
Friede untereinander, strahlende Gesichter, staunende Kinder …

Aber an manchen Orten sind Menschen bei der Arbeit wie jeden Tag:
Im Krankenhaus, bei der Feuerwehr und natürlich:
Bei der Polizei!
Sie wissen: Es werden Einsätze kommen.
Weil – gerade an diesem Abend – so manche Situation eskaliert
und Hilfe gebraucht wird.

„Stille Nacht, Heilige Nacht“ …?

Nicht für Sie.
Oder doch:
Als Sehnsuchtslied!
Als Lied gegen die Krisen in der Welt.
Genauso ist es entstanden vor 200 Jahren.
Und hat den Glanz der Weihnacht in düstere Zeiten gebracht.

Möge diese Sehnsucht nicht nachlassen
– auch nicht in Ihrer polizeilichen Arbeit:
Gegen die Krisen und für den Frieden
in den Familien und auf den Plätzen,
im Öffentlichen wie im Verborgenen.

Möge die Botschaft von Weihnachten spürbar werden und Sie stärken
im Dienst – und natürlich im Privaten!

Segensreiche Weihnacht wünscht Ihnen für das Team der Polizeiseelsorge NRW
Judith Palm

Impuls zum 4. Advent

Der vierte Advent wirft Fragen auf.

Kommt er?
Wenn ja, wer kommt?
Und dann ja auch: Was bringt er?
Wie soll das alles werden?
Wohin mit dem ganzen Unguten?
Was kann ich tun?
Was, wenn es gelingt?

Friedefürst.
Sehnsüchtig erwartet.

Pfarrerin Stefanie Alkier-Karweick

Bild: pixabay.com

Weihnachtsgruß der Polizeiseelsorge

Der Mensch heißt Mensch,
weil er wärmt, wenn er erzählt,
weil er lacht, irrt und kämpft,
hofft und liebt, mitfühlt und vergibt;
sich anlehnt und vertraut;
weil er erinnert, weil er lebt.

Herbert Grönemeyer bringt es auf den Punkt: All das tun Menschen jeden Tag. Und Ihr alle in der Polizei kennt diesen Mix. Zuhause. Im Büro. Auf der Straße. In der Wache. Mitfühlen, irren, kämpfen, hoffen gehört zum Alltag. Und manchmal auch sich anlehnen beim Kollegen, bei der Kollegin. Weil es einfach zu viel ist, weil manches weh tut.

Und genau da, wo es weh tut, feiern wir Weihnachten. Mit Frieden und Freude? Ja, weil es immer wieder friedvolle und glückliche Momente gibt, mitten im Unperfekten. Halt so, wie es in der Weihnachtsgeschichte erzählt wird. Gott als Säugling in der Futterkrippe im Stall von Bethlehem als Notunterkunft. Genau dort entsteht im Durcheinander Ruhe und Gemeinschaft. Vielleicht ist es bei euch ähnlich, zuhause oder sogar im Dienst: mitten im Weihnachtstrubel, wenn Ihr erzählt, euch erinnert, zusammen lacht.

Es wird Weihnachten – und das ist gut so!

Friedliche und frohe Weihnachten Euch und Euren Lieben und bleibt auch im Jahr 2026 behütet!

Euer Team der Polizeiseelsorge NRW

Impuls zum 3. Advent

Manche Gedanken sind zu schön, um auf sie zu verzichten.

Die Idee von einer Welt, in der alle bekommen, was sie zum Leben brauchen. Auch die märchenhafte Vorstellung, dass die Guten am Ende belohnt und die Bösen bestraft werden. Der Gedanke, dass da jemand ist, der über mich wacht. Die Sportfreunde Stiller singen in einem ihrer Songs: „Ich finde den Gedanken viel zu schön, viel zu schön, um ohne ihn weiter zu zieh‘n“.

Klar, ich weiß auch: Die Wirklichkeit sieht anders aus. Ich muss jetzt nicht aufzählen, was nicht schön ist und nicht gut läuft in dieser Welt. Es genügt ein kurzer Blick in die News-App oder die Tageszeitung. Wir werden geflutet mit schlechten Nachrichten und Schreckensmeldungen.

Gegen die Schreckensmeldungen seiner Zeit singt der Prophet Jesaja an:

„Wie schön!
Der Freudenbote kommt über die Berge gelaufen!
Er bringt eine gute Nachricht
und verkündet Frieden und Rettung.“

(Jesaja 52,7)

Diese gute Botschaft zieht sich durch den Advent: Gott ist da für uns. Was jetzt noch schlecht läuft, wird Gott zum Guten wenden. Ja, das ist ein Traum. Ein Adventstraum. Ich brauche diese Träume, um zuversichtlich zu bleiben: „Ich finde den Gedanken viel zu schön, viel zu schön, um ohne ihn weiter zu zieh‘n“.

Dr. Karsten Dittmann, Pfarrer

Beitragsfoto: Nadil Jayakody /Pixabay

Impuls zum 2. Advent

Advent – das Erwarten gestalten!

 

backen                putzen                 Glühwein trinken           mit Kindern ins Theater gehen                den Weihnachtsmarkt besuchen          alte Filme gucken          sich das Herz erwärmen lassen             Geschenke kaufen        basteln                 Briefe schreiben             das Zuhause schmücken alte Bekannte treffen            Musik hören und machen                singen                  Gutes tun

 

Der Advent lädt uns dazu ein,
gegen allen Überdruss an Nachrichten, gegen allen Mangel an Zuversicht, gegen alle Irritationen ob globaler Entwicklungen, gegen jeden Frust wegen vergeblicher Mühe, gegen manche Lieblosigkeit, gegen jede Zukunftsangst
das Gute zu erwarten und auch einmal darüber nachzudenken, was ich da eigentlich erwarte,
und das Herz zu öffnen. Einfach so.

Einen frohen zweiten Advent Ihnen und Ihren Lieben und ruhige Adventsdienste

wünscht Ihnen Pfarrerin Stefanie Alkier-Karweick

Foto: pixabay.com