Impuls zum Ewigkeitssonntag

Manchmal fühlt sich Loslassen an wie der Moment, bevor man in kaltes Wasser steigt: ein kurzer Riss im Mut, ein Festhalten aus Gewohnheit. Der Ewigkeitssonntag, der letzte Sonntag im Kirchenjahr, erinnert daran, dass Abschied nicht das Ende der Geschichte ist, sondern ein Übergang. Wir lassen Menschen, Zeiten und Erwartungen los, weil wir sie nicht festhalten können, ohne selbst stehenzubleiben.

Loslassen schenkt Raum: für Erinnerung, die nicht mehr sticht; für Dankbarkeit, die wieder atmen kann; für Hoffnung, die vorsichtig ihre Hand hebt. Vielleicht liegt darin das leise Versprechen: Was wir in Liebe loslassen, verliert sich nicht. Es verändert nur seine Form und begleitet uns auf neue Weise weiter.

So wird Ewigkeit nicht zu einer fernen Idee, sondern zu einem zarten Gegenlicht, das zeigt: Wir gehen weiter, und das Wesentliche geht mit.

Pfr. Stephan Draheim

Foto: epd bild

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