Ob Berge, Meer oder Balkonien

Die Krone der (Er-)Schöpfung braucht eine Pause

Gründe genug gibt´s dafür.

Ein Virus mit weitreichenden Folgen.

Ein Krieg mit nicht abzusehendem Ende.

Eine Klimakrise von beklemmendem Ausmaß.

Ach ja, und dann gibt´s ja auch noch alles Alltägliche: das immerzu Sich-Kümmern-Müssen, eine zu große Arbeitsverdichtung, Sorgen um Angehörige, Beziehungsstress, Druck, das Müdesein, undundund

Ja, im Großen wie im Kleinen braucht es Pausen. Sie helfen uns auf die Sprünge: auf Abstand zu gehen, durchzuatmen und eine andere Perspektive einnehmen zu können. Diese hilft dann auch später wieder im Alltag – der Blickwinkel wird weiter, zeigt auch das, was gelungen ist, was Spaß macht, was tröstlich ist, wo etwas einfach funktioniert, wo wir uns gegenseitig unterstützen können und wo wir auch mal über die eigenen Schwächen und die der anderen einfach liebevoll albern lachen können.

Auch biblisch haben wir allen Grund dafür, Gelegenheiten für Pausen zu suchen: Im ersten der beiden Schöpfungsberichte wird beschrieben, dass Gott am siebten Tag ruhte. Er ruhte, als er sah, was er geschaffen hatte – zuletzt ja schließlich auch uns, die „Krone der Schöpfung“ – und sagen konnte: Es ist sehr gut. Die Schöpfung ist nicht perfekt, aber sie ist sehr gut, voller Wunder. Der Mensch als Teil der Schöpfung ist ebenfalls nicht perfekt – aber er ist verblüffend kreativ und flexibel. Er kann gestalten und umdenken. Wenn Dinge aus dem Ruder laufen, kann er Korrekturen vornehmen. Aber all das funktioniert nicht in fortwährender Un-Ruhe und Beschleunigung. Kreativität braucht Ruhe, immer wieder. Dieses Ruhen angesichts des Geleisteten ist dann im Urlaub oder in kleinen Atempausen zwischendrin die Vollendung der Arbeit – nicht das Gegenteil, nicht der Gegenpol, sondern das, was zum tätigen Leben dazugehört: den Vögeln zuhören, Beine hochlegen, etwas Leckeres essen und trinken, den Sonnenschein oder den Regen genießen, die Augen zu schließen und Gott einen guten Mann (oder was auch immer) sein lassen.

Diese großen und kleinen Pausen, die in diesem Jahr für viele wirklich bitter nötig sind, wünschen wir von der Polizeiseelsorge Ihnen allen. Genießen Sie und kommen Sie gesund wieder, wenn Sie verreisen. Lassen Sie – auch wenn Sie Balkonien vorziehen – die Arbeit Arbeit sein. Und allen, die im Dienst sind, wünschen wir ruhige Dienste und entspannte Feierabende.

Bleiben Sie und bleibt alle behütet,

Ihre und eure  Stefanie Alkier-Karweick

(Landespolizeipfarrerin der EKvW)

 

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